Gemünder Abend — 12.Oktober.2013

Von Hanna Miley

 Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Nachbarn und Freunde:

Wir nähern uns dem Ende der Feierlichkeiten zum 800jährigen Bestehen der Stadt Gemünd. Wie gehen wir mit den gemeinsamen Erfahrungen aus diesem Jahr um?

Wenn ich einen einzelnen Begriff aus der Vielzahl der Erinnerungen und Eindrücke, die ich im Gedächtnis habe, auswählen müsste, wäre es das Wort: DANKBARKEIT.

  1. Ich bin dankbar, dass die Verantwortlichen das ehrende Gedenken an die früheren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger als Schwerpunkt, als Kernstück, der Veranstaltungen zum 800sten Jahrestag der Gründung Gemünds gewählt haben.
  2. Ich bin dankbar, dass die 11 Stolpersteine, die in das Pflaster der Dreiborner Straße eingefügt worden sind, weit über dieses Jahr hinaus ein fortwährendes Zeugnis bleiben werden.
  3. Ich bin dankbar für jeden Verantwortlichen und jeden Bürger, der dabei geholfen hat diese Vision in die Realität umzusetzen.
  4.  Ich bin dankbar für die Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Kreativität in Film, Erzählung, Musik und Forschung zum Ausdruck gebracht haben.
  5.  Ich bin dankbar für das Niederlegen der weißen Rosen auf dem harten Pflaster nach dem Einfügen der Stolpersteine. – Weiße Rosen als Symbol für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
  6. Ich bin dankbar für die politischen und religiösen Leiter sowie die Verantwortlichen aus Bildung und Wirtschaft, welche die Wahrheit über das Übel der Vergangenheit und die moralische Finsternis in unserer Stadt anerkannt haben.
  7. Ich bin dankbar für meine Eltern, Amalie und Markus Zack, die die Entscheidung getroffen haben mich weg zu schicken, auch wenn es sie soviel gekostet hat.
  8. Vor allem aber bin ich unserem himmlischen Vater dankbar. 1939 hat Er mich vor dem sicheren Tod bewahrt und heute schenkt Er mir die physische Kraft hier anwesend zu sein und mit Ihnen zusammen das Wunder zu erleben, das in Gemünd stattfindet.

Jeder von uns hat seine eigenen Erinnerungen an die Veranstaltungen des Jahres 2013, aber außer unseren konkreten persönlichen Erinnerungen an die äußerlichen Ereignisse haben wir auch eine besondere Atmosphäre unter uns gespürt. Es ist schwierig eine nicht greifbare Atmosphäre zu beschreiben. Man könnte sie als friedvoll, freudig, voll Leichtigkeit, von Lasten befreit, voller Trost, Freiheit und Heilung bezeichnen.

Was George und mich betrifft, wir beide waren überwältigt von dem Gefühl der Gegenwart des auferstandenen Christus und Seinem Segen. Und unser Gebet für Gemünd – die Verantwortlichen, die Menschen und besonders die Jugendlichen -ist, dass Er mein „Zuhause“ weiter segnen möge.

Möge 2013 nur der Anfang gewesen sein. Ein Licht ist angezündet worden. Möge es hell scheinen. Möge unsere Gemeinde Gemünd weiter erlöst werden von der Vergangenheit und den Segen Gottes erfahren.

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