Grußwort vom Bürgermeister Udo Meister

Verehrte Frau Miley, Sehr geehrter Herr Miley (Pfarrer), Sehr geehrter Herr Toporowski, (Müller/Kammers), liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrer und last but not least, sehr geehrter Herr Demnig,

ich denke, viele von uns stehen nach wie vor noch unter dem Eindruck der ergreifenden Gedenkveranstaltung am Sonntag letzter Woche im Kursaal, und das gibt mir Gelegenheit, mich nochmals ausdrücklich bei allen Aktiven des Arbeitskreises Stolpersteine in Gemünd stellvertretend für alle bei Herrn Georg Toporowski für die Ausrichtung des Gedenkgottesdienstes und die Erforschung und Dokumentation der Schicksale unserer jüdischen Mitbürger zu bedanken.

Mein Dank gilt heute insbesondere Gunter Demnig, der er sich zur Aufgabe gemacht hat, mit der Verlegung der Gedenktafeln in Form von Stolpersteinen an das Schicksal unserer Mitbürger zu erinnern, die im Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden.

Bislang sind über 35.000 solcher Steine in mehr als 650 Gemeinden in Deutschland, aber auch in ganz Europa bis in die Ukraine durch Herrn Demnig verlegt worden.

Hier in Gemünd ist die Verlegung der Stolpersteine als zentrales Element in die Feiern zur 800-jährigen Geschichte des Ortes eingebettet.

Für dieses Bewusstsein der geschichtlichen Verantwortung und das damit gegebene Zeichen der Versöhnung, danke ich allen Gemünder Bürgerinnen und Bürgern und der Gemeinschaft der Gemünder Vereine von ganzem Herzen.

Gestatten Sie mir an dieser Stelle statt eigener Worte noch eine Passage aus der Rede Hanna Miley‘s in der letzten Woche zu zitieren. Sie sagte:

„Heute sind wir Zeugen eines Wunders. Heute haben nämlich die religiösen und politischen Repräsentanten und die Bürger von Gemünd ein Kind ihrer Stadt, das 1938 zusammen mit seinen Eltern und dem Rest der jüdischen Gemeinschaft aus der Stadt getrieben wurde, eingeladen. Ich stehe hier für alle Juden, die zum Schweigen gebracht worden sind. Heute, mitten im Jubiläumsjahr zum 800-jährigen Bestehen der Stadt, ehren wir die ehemaligen Juden von Gemünd und deren Lebensgeschichten.

Viele Jahre gab es eine „Decke des Schweigens“, aber während der letzten Jahre entwickelte sich eine Bereitschaft, die Wahrheit über die Vergangenheit zu erfahren. Ich glaube, das Einsetzen der 11 Stolpersteine stellt eine öffentliche Anerkennung des Unrechts dar, dass von unseren Vorfahren begangen wurde. Wenn solche Taten der Umkehr stattfinden, machen sie den Weg frei für Gottes Heilung, Vergebung und Erlösung. Die Dunkelheit und das Böse der Vergangenheit können weggewaschen werden und wir, die Bürger dieser Stadt, können befreit von den Lasten der Vergangenheit wieder aufrechtstehen.

Liebe Hanna Miley,

ich danke Ihnen von Herzen für diese Worte, die ich mir erlaubt habe, zu zitieren.

Ich bin der Überzeugung, man kann das Versöhnungswerk, das sich in der Verlegung dieser Stolpersteine dokumentiert, nicht besser beschreiben, als Sie es mit Ihren Worten getan haben. Schließlich möchte ich mich bei allen Schülerinnen und Schülern bedanken, die sich mit dem Schicksal unserer jüdischen Mitbürger hier in Gemünd unter dem Nationalsozialismus befasst haben und die auch an der Gestaltung der heutigen Verlegung der Stolpersteine aktiv mitwirken. Ihnen allen, meine Damen und Herren, spreche ich meinen Dank dafür aus, dass Sie sich durch Ihr Erscheinen heute hier der jüdischen Nachbarn und Mitbürgern erinnern und ihrer gedenken.

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